In der Gemeinde Lautertal (Odenwald) wurden die Wassergebühren zum 01.01.2026 neu festgesetzt: die Gebühr pro m³ für Frischwasser (inkl. 7 % MwSt.) auf 6,92 €, das Abwasser pro m³ Frischwasserverbrauch auf 3,96 €, die Grundgebühr pro Monat beträgt gleichbleibend 3,50 € und die Niederschlagswassergebühr pro m² versiegelte Fläche wurde geändert auf 1,37 €.
Die Kalkulation wurde in Zusammenarbeit mit unserem Beratungsbüro durchgeführt. Die öffentliche Wasserversorgung wird als kostenrechnende Einrichtung mit eigenem Haushalt geführt. Dies bedeutet, dass Einnahmen und Ausgaben der Wasserversorgung getrennt vom allgemeinen Gemeindehaushalt zu erfassen sind. Eine Querfinanzierung aus allgemeinen Steuermitteln oder anderen Gebührenhaushalten ist rechtlich nicht zulässig. Danach sind Benutzungsgebühren so zu bemessen, dass sie die voraussichtlichen Kosten der Einrichtung decken (Kostendeckungsprinzip § 6 Abs. 1 und 2 KAG). Zu den ansatzfähigen Kosten zählen insbesondere Betriebs- und Unterhaltungskosten, Personalaufwendungen, Abschreibungen, kalkulatorische Zinsen auf das eingesetzte Kapital, Kosten für Wasserbezug, Aufbereitung und Verteilung. Diese Kosten dürfen ausschließlich über die Wassergebühren refinanziert werden. Die Gebühren werden regelmäßig neu kalkuliert, um sicherzustellen, dass sie den tatsächlichen Kosten entsprechen. In der Gemeinde erfolgt diese Neukalkulation alle zwei Jahre. Die zweijährige Kalkulationsperiode ist kommunalrechtlich zulässig und entspricht der gängigen Verwaltungspraxis. Sie dient dazu, Kostenentwicklungen (z. B. Energie-, Personal- oder Instandhaltungskosten) zu berücksichtigen, Über- oder Unterdeckungen aus vorherigen Kalkulationszeiträumen auszugleichen und eine verursachungsgerechte und rechtssichere Gebührenfestsetzung sicherzustellen.
Neben den stark gestiegenen Bewirtschaftungskosten wie z.B. Energiekosten, Personalkosten und Materialkosten spielen auch lokale Faktoren eine Rolle.
Alte Leitungsnetze, Pumpstationen, Hochbehälter und Armaturen verursachen hohe Unterhalts- und Erneuerungskosten. Unser Netz ist und war überwiegend Jahrzehnte alt und erheblich sanierungsbedürftig.
So mussten wir in den letzten Jahren enorm viel (bis zu 6 Mio. € ab 2019) in die Wasserversorgungsinfrastruktur investieren. Zudem sind auch in der vorliegenden Preiskalkulation bereits geplante Investitionen in den Folgejahren in Höhe von bis zu 2,6 Mio.€ eingepreist.
Hervorzuheben wäre zudem noch, dass für Rohwasserversorgung und Aufbereitung unterschiedlich aufwendige Behandlungsverfahren nötig sind. Wir fassen unser Trinkwasser überwiegend aus Tiefbrunnen und eigenen Quellen und sichern damit eine hohe Wasserqualität.
Bei allen Preisdebatten gilt eine rote Linie:
Die Qualität des Trinkwassers darf niemals leiden. Sauberes, sicheres Wasser ist eine zentrale Daseinsvorsorgeaufgabe!
Kommunen, wie auch die Gemeinde Lautertal, sichern hohe Qualität durch regelmäßige Kontrollen, konsequenten Schutz der Wassergewinnungsgebiete und moderne Aufbereitungstechnik.
30. Januar 2026 von Jeldrik Nees